Sinner’scher Kreis in der Praxis: Temperatur, Zeit, Chemie & Mechanik
Sinner’scher Kreis in der Praxis: Temperatur, Zeit, Chemie & Mechanik
Der Sinner’sche Kreis ist das fundamentale Wirkprinzip jeder Reinigungsaufgabe. Wer die vier Faktoren versteht, spart Zeit, schont Materialien und senkt Chemiekosten.
Die 4 Wirkfaktoren im Gleichgewicht
- 1. Mechanik: Reibung durch Mopp, Bürstenwalze, Pad oder Hochdruckstrahl.
- 2. Chemie: Wirkstoffkonzentration und pH-Wert des Reinigungsmittels.
- 3. Zeit (Einwirkzeit): Dauer, die die Chemie auf den Schmutz einwirkt.
- 4. Temperatur: Wassertemperatur (beschleunigt chemische Reaktionen).
Das Ausgleichsgesetz: Wird ein Faktor verringert (z. B. weniger Chemie), müssen andere Faktoren (z. B. mehr Mechanik oder längere Einwirkzeit) proportional erhöht werden.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
❓ Warum ist Einwirkzeit oft besser als Schrubben?
Weil die Tenside Zeit brauchen, um Schmutzmoleküle zu umhüllen und abzulösen. Das schont die Oberfläche vor mechanischem Abrieb.
❓ Sollte man Böden immer mit heißem Wasser wischen?
Nein! Moderne Unterhaltsreiniger sind für kaltes bis lauwarmes Wasser formuliert. Zu heißes Wasser lässt Alkohol verdampfen und erzeugt Schlieren.
❓ Wie lässt sich Chemie durch Mechanik ersetzen?
Durch den Einsatz von Mikrofasertextilien oder Melaminharzpads (Schmutzradierer) kann die Chemiekonzentration drastisch gesenkt werden.
❓ Wer hat den Sinnerschen Kreis erfunden?
Dr. Herbert Sinner, ehemaliger Chefchemiker bei Henkel, im Jahr 1959.
❓ Gilt das Prinzip auch für Desinfektion?
Ja, insbesondere die Einwirkzeit ist bei der Desinfektion der kritischste Faktor für die Keimreduktion.
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